August 2017: Gegen die Rohingya, eine der meist verfolgten Minderheiten der Welt, wird seitens des burmesischen Militärs massive Gewalt angewandt. Über 900.000 Menschen sind seitdem vor Tötungen, Vergewaltigungen und Deportation geflohen. Wir sind nach Bangladesch gereist, um mehr über die Geschehnisse in Myanmar zu erfahren und haben dafür mit den Menschen gesprochen, die in den riesigen Geflüchtetencamps an der Grenze ausharren. Daraus ist der Dokumentarfilm „Der Rauch hinter den Hügeln“ entstanden.

Die Situation der Rohingya

Entrechtet

Nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft Mitte des 20. Jahrhunderts werden die Rohingya zunehmend ausgegrenzt und unterdrückt. Ein im Jahr 1982 verabschiedetes und bis heute geltendes Gesetz erkennt die Minderheit nicht als Zugehörige des Staates an, obwohl sie nachweislich seit mehreren Generationen auf dem Gebiet Myanmars leben. Sie dürfen sich nicht frei im Land bewegen und ihre Religion ausüben, sie haben kein Wahlrecht und keinen Zugang zu höherer Bildung. Um zu heiraten und Kinder zu bekommen brauchen die Rohingya eine staatliche Genehmigung. Anlass zur Hoffnung gab zuletzt die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die 2016 faktisch die Regierung übernommen hat und lang erwartete Friedensprozesse mit den ethnischen Minderheiten des Landes in Aussicht stellte. Doch noch immer hat das konservative Militär großen Einfluss auf das Land. Mit ihrer Einmischung würde Aung San Suu Kyi ihre Macht und die junge Demokratie Myanmars aufs Spiel setzen, und so hält sie sich aus der Debatte lange heraus.

 

Verfolgt

Im Kampf gegen die Unterdrückung bildete sich die radikale Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA), die mit 150 Bewaffneten Ende August Polizeistationen auch ein hinduistisches Dorf angriff. Die Reaktion darauf ist verheerend: Unter dem Vorwand, terroristische Anschläge zu verfolgen, beginnt die Armee eine gewaltsame Offensive gegen die Dörfer der Rohingya. Luftaufnahmen zeigen, dass in nur wenigen Tagen flächendeckend komplette Siedlungen niedergebrannt wurden. Hunderttausende mussten ins Nachbarland Bangladesch fliehen, um sich in Sicherheit zu bringen. Viele haben schwere Verletzungen erlitten, darunter starke Verbrennungen und Schussverletzungen. Frauen wurden durch burmesische Soldaten vergewaltigt und verstümmelt. Menschen berichten von gezielte Exekutionen und Tötungskommandos, die wahllos in die Dörfern einfielen und um sich schossen. Viele Kinder mussten alleine fliehen. Inzwischen wird von mindestens 10.000 Getöteten ausgegangen.

Vergessen

Bangladesch gewährt den Rohingya Zuflucht nahe der Küstenstadt Cox’s Bazar. Auf einer früheren Waldfläche erstreckt sich das Camp über viele Kilometer hin. Unter nötdürftig gespannten Zeltplanen leben die Menschen auf dichtestem Raum nebeneinander. Die Versorgungslage wird zunehmend schlechter, da die internationale Aufmerksamkeit und damit die Spenden stark nachlassen. Die Monsunzeit erschwert die Umstände weiter, denn die notdürftig errichteten Zelte halten dem schlechten Wetter oft nicht stand. Momentan ist die medizinische Versorgung zu schlecht, um den möglichen Ausbruch einer Epidemie zu verhindern. Ein langfristiges Zuhause sind die provisorischen Camps nicht, denn auch Bangladesch kämpft mit den Auswirkungen der vielen zusätzlichen Menschen. Sie dürfen nicht arbeiten oder die Camps verlassen. Stattdessen will die bengalische Regierung die sie auf eine unbewohnte Insel oder zurück nach Myanmar abschieben und hält die Situation in den Camps bewusst provisorisch.

Der Film

Keiner von uns hat zuvor je einen Dokumentarfilm gedreht. Das grobe Konzept, welches wir später noch mehrmals komplett geändert haben, skizzierten wir in Bussen und Flugzeugen, und als wir die Reise nach Bangladesch antraten, hatten wir bestensfalls eine sehr vage Idee, wie der Film im Endeffekt aussehen sollte. Unsere Rettung war die Bekanntschaft zu einigen jungen Bengalen, die wir auf früheren Reisen kennengelernt hatten. Sie vermittelten uns an eine lokale Hilfsorganisation in Dhaka. Saif, der Gründer der Organisation, und seine Familie nahmen uns bei sich zu Hause auf und halfen uns bei den Vorbereitungen. Sie kümmerten sich um eine Drehgenehmigung in den Camps, und flogen sogar mit uns von Dhaka nach Cox’s Bazar, wo sie uns weiteren Freund*innen vorstellten und uns einen Übersetzer, einen Guide und einen Fahrer vermittelten. Noch heute sind wir überwältigt von der Gastfreundschaft, mit der wir aufgenommen wurden. Ohne diese Hilfe wären das Projekt gescheitert.

Gedreht haben wir an insgesamt 6 Tagen. Die Interviews wurden von unserem Freund Azim vor Ort sinngemäß übersetzt, zurück in Bangkok ließen wir dann die Aufnahmen von zwei voneinander unabhängigen Übersetzern wörtlich transkribieren.

Der Verein

Wir stehen weiterhin im engen Kontakt mit Saif Mithu und wollen gemeinsam mit Project Kombol einen neuen Wassertank in den Camps finanzieren. Hierfür werden momentan dringend Spenden benötigt. Deshalb haben wir mit weiteren Menschen, die aktiv werden möchten, den Verein Hilfe für Rohingya e.V. gegründet. Geplant sind kurzfristig Veranstaltungsreihen und Filmvorführungen sowie längerfristig weitere Film- und Spendenprojekte.

Project Kombol

Project Kombol, Bangaldesch

Das Team um Saif Mithu engagiert sich seit Beginn der Krise in den Camps in Cox’s Bazar, um die Geflüchteten auf den Winter vorzubereiten. Zudem installierten sie solarbetriebene Lichtmasten, die es vorallem für Frauen sicherer machen, sich nachts in den Lagern zu bewegen und Menschenhandel vorbeugen.

Wie werde ich Mitglied?

Hier kannst du einfach den Mitgliedsantrag herunterladen und ausgefüllt per Mail an info@hilfefuerrohingya.de schicken. Alternativ natürlich auch gerne per Post. Unsere Adresse findest du am Ende der Seite unter der Rubrik „Kontakt“.

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Über die Initiatoren

Theresa

Theresa

Theresa studiert Soziologie in Frankfurt. Leider können wir den Nachnamen momentan nicht nennen.
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Jonas Kautz

Jonas lebt in Hamburg und studiert Kommunikationsdesign im 7. Semester.

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